Neuer Name, neues Glück

Es ist nicht so, dass der „alte Name“ mir kein Glück gebracht hat. Über 150 Konzerte, 4 CD’s, eine Bandtour durch Deutschland – all das war ein riesen Glück. Es fühlt sich schon eigenartig an, den so lang getragenen Namen abzustreifen und sich einen neuen zuzulegen. So ein Bandname ist immer eine sehr schwere Geburt. Man will ihn ja auch nicht gleich wieder ändern. Und jede Menge Mut musste ich auch aufbringen – „Susann Grossmann“ hatte sich wenigstens schon ein wenig in der Region rumgesprochen. Ein neuer Name kann auch bedeuten, dass wir wieder von vorne anfangen müssen. Doch der Reiz eines Neuanfangs überwiegt die Möglichkeit des Rückschritts. Es ist nun wirklich an der Zeit – es fühlte sich einfach richtig an. Hendrik und ich schreiben schon seit einigen Jahren viele Songs gemeinsam. Wir haben zusammen eine musikalische Vision entwickelt und teilen nicht nur das künstlerische sondern auch das unternehmerische Risiko. All das ist so viel größer geworden als mein persönlicher Name. Die Zeit als Solokünstlerin war toll und dennoch bin ich mehr ein Teamplayer und habe mir immer gewünscht mit Kollegen langfristig gemeinsam an Musik zu arbeiten und auch gemeinsam dafür einzustehen. Mit dem neuen Bandnamen kommt dieser Findungsprozess nun zu einem Ende.

Musik zu machen ist eine Berg-und Talfahrt. Es bedeutet höchstes Glück aber auch manchmal viel Schmerz. Der neue Name gibt mir die Möglichkeit authentisch zu sein und trotzdem etwas Distanz zu gewinnen. Unsere Musik ist ehrlich und gleichzeitig etwas entrückt. Die Texte, die ich schreibe, sind natürlich irgendwie biografisch und trotzdem suche ich jetzt verstärkt nach Inspiration, die über mein eigenes Themenuniversum hinausgeht. Sich nicht mehr so viel um sich selber drehen. Darum geht es mir und daher fühlt es sich für mich richtig an, dass die Musik nicht mehr mit meinem persönlichen Namen beschrieben wird.

Wie kam es nun zu dem Namen MOONMIND?
Wenn ich an etwas denke, was völlig außerhalb meines üblichen Themenuniversums liegt, dann ist das der Weltraum. Es fasziniert und gruselt mich zugleich, wenn ich mir ausmale, was da oben abgehen könnte. Ich denke mich gern darin hinein, wenn ich Texte schreibe. Im Kopf dabei immer dieser Blick auf die Erde – ein Blick von außen auf etwas, wo wir sonst mitten drin stecken. Den Mond sehen wir jeden Tag. Und was wir besonders gut an ihm erkennen sind die vielen vielen Krater. Der Mond ist schutzlos allem, was da oben so rumfliegt, ausgeliefert. Uns geht’s im Leben oft auch so. Es gibt viele Dinge, die wir nicht kontrollieren können und die einfach auf uns niedergehen und dabei Spuren hinterlassen. In unserer Musik ist das oft Thema. Und so sind wir auf den Namen MOONMIND gekommen. Hendrik und ich verbasteln auch gerne Sounds aus der natürlichen Umgebung und mit dem Weltall hat sich da für uns ein riesiges Spektrum an Möglichkeiten eröffnet. Wir lieben Melancholie, düstere musikalische Farben und Geheimnisse. So spiegelt der Name uns auch musikalisch sehr gut wider.

Wir freuen uns jedenfalls auf einen völlig neuen Abschnitt und hoffen, ihr seid weiterhin interessiert und geht ein Stück Weg mit uns.